Politische Kultur in Belarus : Eine Rekonstruktion der Entwicklung vom Großfürstentum Litauen zum Lukaschenko-Regime


Bugrova, Irina


URL: http://fkks.uni-mannheim.de/publikationen/fkks18.p...
Document Type: Working paper
Year of publication: 1998
The title of a journal, publication series: Untersuchungen des FKKS
Volume: 18
Place of publication: Mannheim
Publishing house: Univ.
Publication language: German
Institution: School of Social Sciences > Pol Wiss u Zeitgeschichte (N. N.)
Subject: 320 Political science
Subject headings (SWD): Konflikt , Kooperation , Osteuropa
Abstract: Institutionelle Traditionen sowie über Generationen weitergetragene Werte und Verhaltenskodexe sind häufig von zentraler Bedeutung für den Verlauf von Transformationsprozessen. Ausgehend von dieser These untersucht die vorliegende Studie, welche Formen von Staatlichkeit auf belarussischem Territorium seit dem Großfürstentum Litauen existiert haben. Gleichzeitig versucht sie insbesondere durch die Analyse von Siedlungsstruktur und Konfessionsgeschichte zu bestimmen, wie sich die wichtigsten Momente der belarussischen Mentalität im Laufe der Jahrhunderte herausgebildet haben und welchem Wandel sie dabei unterworfen waren.||Aus Sicht der Autorin ist die belarussische Entwicklung vor allem durch folgende Merkmale gekennzeichnet:||- Identifikation vorrangig auf lokaler Ebene, bedingt durch die vorherrschende abgeschiedene Lebensweise in Dorfverbänden und die unzureichenden staatlichen Sicherheitsgarantien;|- Konfliktvermeidung als ein dominanter Wert infolge der während zahlreicher Kriege und Repressionen verinnerlichten Vernichtungserfahrungen;|- Favorisierung unionistischer bzw. föderativer Staatsformen aufgrund der häufig wechselnden staatlichen Zugehörigkeit;|- Überschneidung und Konkurrenz west- und osteuropäischer Einflüsse, die durch die jeweilige Vorherrschaft Polens oder Rußlands symbolisiert werden und sich besonders deutlich in dem Verhältnis von katholischer und orthodoxer Kirche sowie der Bildung der unierten Kirche zeigen.| |Obwohl sich in dieser Konkurrenz letztlich die russisch-orthodoxe Variante einer patriarchalischen Untertanenkultur durchsetzte, blieb die westlich-katholische bzw. unierte Variante einer aktivistischen Bürgerkultur in latenter Form stets präsent. Die belarussische politische Kultur zeichnet sich daher durch Ambivalenz aus: Für sie ist der Dualismus gegensätzlicher kultureller Projekte ebenso charakteristisch wie ein ausgeprägtes Harmoniestreben.

Dieser Eintrag ist Teil der Universitätsbibliographie.




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Bugrova, Irina (1998) Politische Kultur in Belarus : Eine Rekonstruktion der Entwicklung vom Großfürstentum Litauen zum Lukaschenko-Regime. Untersuchungen des FKKS Mannheim 18 [Working paper]


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