Der Aufsatz untersucht die Rolle von Musik als Medium zur Darstellung, Vermittlung und Deutung von Gewalt im Kontext des Spanischen Bürgerkriegs (1936–1939). Im Zentrum stehen die kontrastierenden ästhetischen und politischen Strategien der exilierten Komponisten Hanns Eisler und Kurt Weill. Während Eisler mit seinen Kampfliedern eine unmittelbar mobilisierende, explizit antifaschistische Musikpraxis entwickelte, die auf kollektive Partizipation und politische Aktion zielte, wählte Weill einen distanzierteren, allegorischen Zugang, der Gewalt und Verfolgung in musiktheatralen Kontexten reflektierte. Anhand exemplarischer Analysen musikalischer Strukturen und Texte – insbesondere von Liedern wie Spaniens Himmel und Das Lied vom 7. Januar – zeigt der Beitrag, wie Gewalt nicht direkt dargestellt, sondern semantisch codiert und affektiv vermittelt wird. Zugleich wird die transnationale Zirkulation antifaschistischer Musik als Teil eines kulturellen Netzwerks beleuchtet, das Solidarität über nationale Grenzen hinweg ermöglichte. Der Vergleich von Eisler und Weill verdeutlicht zwei komplementäre Modelle musikalischer Gewaltsemantik zwischen politischer Inter vention und ästhetischer Reflexion.
Translation of the title:
Lieder gegen den Faschismus: Hanns Eisler, Kurt Weill und die musikalischen Semantiken der Gewalt im Spanischen Bürgerkrieg
(German)
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