Dieser Beitrag untersucht die Reihenfolgepräferenz vonGender-Binomialen wieMann und Frau,Damen und Herren,Mütter und Väter.Solche Serialisierungen spiegeln gesellschaftliche Hierarchien auf Basis der Ge-schlechterdifferenz wider (männliche versus weibliche Erstnennung). AufGrundlage von Zeitungstexten ausDer Spiegel(1947–2018) undDie Zeit(1953–2018) wird erstens die Gültigkeit und gegenseitige Verstärkung von phonologi-schen, prosodischen und weiteren Einflussfaktoren geprüft. Es wird gezeigt,dass die (Ir-)Reversibilität eines Binomials vor allem von dessen Phraseologisie-rungsgrad sowie der individuellen Gebrauchshäufigkeit, Numerusausprägung,Geschlechtsinformation und Silbenzahl der Konjunkte abhängt. Die Analyse se-mantisch-pragmatischer Faktoren wie Alter, Klasse oder Verwandtschaft mithil-fe diachroner Frequenzverläufe hat zweitens ergeben, dass die Stärke der Rei-henfolgepräferenz vieler Binomiale mit männlicher Erstnennung zugunstenweiblicher abnimmt. Im Kontext von Elternschaft kippt die AbfolgeVäter undMütterim Zeitverlauf zuMütter und Väter; formal werden movierte Berufs- undFunktionsbezeichnungen mit dem Suffix-in(nen)zun
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