Thomas Mann , alterity , entertainment culture , german literature , modernism , narrative construction , cultural history
Abstract:
Die vorliegende Dissertation untersucht die Inszenierung von Alterität in Thomas Manns frühen Erzählungen im Kontext der zeitgenössischen Unterhaltungskultur um 1900. Ausgehend von der These, dass die Mechanismen der Unterhaltungskultur in den Erzählungen gespiegelt werden, wird gezeigt, dass Alterität mithilfe derselben Verfahren hergestellt und inszeniert wird, die auch die populären Unterhaltungsformen der Jahrhundertwende prägen. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie Alterität als Gegenstück zum zeitgenössischen Normalitätsdiskurs literarisch erzeugt wird. Das Korpus umfasst die Erzählungen Luischen, Der kleine Herr Friedemann, Das Wunderkind, Wie Jappe und Do Escobar sich prügelten und Der Kleiderschrank. Jede Erzählung verhandelt eine spezifische Form der Unterhaltungskultur und macht sie zum Referenzpunkt der Alteritätskonstruktion. Dadurch eröffnet die Arbeit eine neue Perspektive auf Thomas Manns Frühwerk, das bislang vor allem im Kontext der Hochkultur untersucht wurde. Sie zeigt, dass die Erzählungen nicht nur zentrale gesellschaftliche und kulturelle Transformationsprozesse der Moderne reflektieren, sondern zugleich die Mechanismen offenlegen, über die Normalität und Alterität um 1900 hervorgebracht, verhandelt und bewertet werden.
Dieser Eintrag ist Teil der Universitätsbibliographie.
Das Dokument wird vom Publikationsserver der Universitätsbibliothek Mannheim bereitgestellt.