Protest und Vergnügen: Musik in der Friedensbewegung der 1980er Jahre


Baur, Philipp


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URN: urn:nbn:de:bsz:180-madoc-645513
Dokumenttyp: Dissertation
Erscheinungsjahr: 2023
Ort der Veröffentlichung: Mannheim
Hochschule: Universität Mannheim
Gutachter: Gassert, Philipp
Datum der mündl. Prüfung: 29 April 2022
Sprache der Veröffentlichung: Deutsch
Einrichtung: Philosophische Fakultät > Zeitgeschichte (Gassert 2014-)
Lizenz: CC BY 4.0 Creative Commons Namensnennung 4.0 International (CC BY 4.0)
Fachgebiet: 940 Geschichte Europas
Freie Schlagwörter (Deutsch): Kalter Krieg , Friedensbewegung , Nachrüstungsdebatte , Protest , Protestkultur , Popkultur , Künstler für den Frieden , 1980er
Freie Schlagwörter (Englisch): cold war , peace movement , rearmament debate , protest , protest culture , pop culture , artists for peace , 1980s
Abstract: Diese Arbeit untersucht die Rolle von Musik in der Friedensbewegung der 1980er Jahre. Sie argumentiert, dass die Verschränkung von Protest und Vergnügen ein Kennzeichen der Protestkultur war. Vergnügen im Sinne einer positiven Emotion der Heiterkeit und des geteilten Spaßes war eine wichtige Ressource politischen Handelns – auch und gerade weil die nukleare Aufrüstung in Europa einen ernsthaften, bedrohlichen und damit negativen Anlass darstellte. Die vorliegende Arbeit erweitert das Verständnis der Nachrüstungsdebatte jenseits der „Raketenfrage“ und richtet den Fokus auf den gesellschaftlichen und kulturellen Wandel, wie er in der Musikkultur der Friedensbewegung zum Ausdruck kam. Die Demonstrationen waren – im O-Ton der Zeit – „Volksfeste für den Frieden.“ Die Musikprogramme der Großkundgebungen und der Festivals von „Künstler für den Frieden“ stehen für eine Popkulturalisierung und Eventisierung von Protest. Im Zuge der Nachrüstungsdebatte entwickelte sich eine neue Form der Zusammenarbeit zwischen Protestbewegung und Musikbranche, die grundlegend für diesen Wandel war. Musik war auch Teil der performativen Proteststrategie der Friedensbewegung. Gemeinsames Singen traditioneller Volks- und Protestliedern, aber auch selbst komponierter oder umgedichteter Lieder war eine wichtige Aktionsform bei Protestmärschen, Friedenscamps und Sitzblockaden. Mit Musik erschuf die Friedensbewegung ihre eigene Identität als emotionale Gemeinschaft, verortete sich in einer Tradition von Protest- und Widerstandsbewegungen und erzeugte ein attraktives kulturelles Flair geprägt von positiven Emotionen und Vergnügen. Die Arbeit argumentiert, dass diese Öffnung der Friedensbewegung gegenüber dem generationellen Wandel und neuen, zeitgemäßen Protestformen mit ausschlaggebend für die Massenmobilisierung der Jahre 1982/83 war.
Übersetzter Titel: Protest and pleasure: Music in the peace movement of the 1980s (Englisch)
Übersetzung des Abstracts: This dissertation analyses the role of music for the peace movement of the 1980s. It argues that the entanglement of protest and pleasure (German: “Vergnügen”) was characteristic of the protest culture. Pleasure, in the sense of the positive emotion of joy, fun and sharing a good time together, was an important resource for political action – even if, and precisely because, the nuclear armament in Europe represented a serious, menacing and therefore negative prospect. This study expands our understanding of the rearmament debate beyond the “Euromissile Crisis”, and places the focus on the social and cultural change that was expressed in the music culture of the peace movement. The demonstrations were framed as “Folk Festivals for Peace”. The music programs of the big rallies and the festivals of “Artists for Peace” represented a pop-culturalization and spectaclisation of protest. During the rearmament debate, protest movements developed a new form of collaboration with the music business, which was fundamental for this shift. Music was also a part of the performative protest strategy of the peace movement. Singing not only traditional folk and protest songs but also self-composed and reworked songs together in a group was an important form of protest during protest marches, peace camps and blockades in front of military bases. Music helped the peace movement to create its identity as an emotional community, to situate itself in a tradition of protest and resistance movements, and to create an attractive cultural flair marked by positive emotions, pleasure, joy and fun. This study argues that this opening up of the peace movement to the new generation and new, modern forms of protest was crucial for the mass mobilization of 1982/82. (Englisch)




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ORCID: Baur, Philipp ORCID: 0009-0006-3353-4916

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