Von Emergency Remote zu neuen Routinen? Digitaler Unterricht an kaufmännischen Schulen in Baden-Württemberg


Mayer, Christian ; Gentner, Sophia ; Seifried, Jürgen



Document Type: Conference presentation
Year of publication: 2021
Conference title: Digitalkongress 2021 "Vernetzt!lernen und Lehren im Zeitalter der Digitalität", Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung Baden-Württemberg(ZSL)
Location of the conference venue: online
Date of the conference: 02.10.2021
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Publication language: German
Institution: Business School > Wirtschaftspädagogik II (Seifried)
Subject: 330 Economics
370 Education
Abstract: Diesem Beitrag liegen drei, vornehmlich deskriptiv ausgerichtete Fragestellungen zugrunde: (1) Erfassung des Ausmaßes des Einsatzes digitaler Tools; (2) Charakterisierung der Unterrichtspraxis unter Rückgriff auf das SAMR-Modell (Substitution, Augmentation, Modification, Redefinition); (3) Analyse der Erwartungen (angehender) Lehrkräfte an die Unterrichtspraxis nach Corona. Zur Beschreibung der Unterrichtspraxis wird das SAMR-Modell (Puentedura, 2006, eine kritische Auseinandersetzung s. Hamilton et al., (2016) herangezogen. Auf dieser Basis lässt sich der Einsatz digitaler Tools auf vier Stufen verorten, die als Reifegrade interpretiert werden können, und eine Unterscheidung zwischen Verbesserung (Substitution und Augmentation) und Umgestaltung (Modification und Redefinition) der Unterrichtspraxis erlauben. Zur Erklärung unterschiedlicher Ausprägungen der Unterrichtsgestaltung werden unter Rückgriff auf Modelle der professionellen Lehrerkompetenzen Einflussfaktoren wie computerbezogene Selbstwirksamkeitsüberzeugung (Spannagel & Bescherer, 2009) und Überzeugungen zu Lehren und Lernen herangezogen (Kunter et al., 2017). Im Zuge einer schriftlichen Befragung wurden Studierende der Wirtschaftspädagogik der Universität Mannheim (n=223) zu ihren Erfahrungen aus Unterrichtshospitationen und Einschätzungen zur post-pandemischen Unterrichtsgestaltung befragt. Zusätzlich liegen die Daten einer auf Lehrkräfte an kaufmännischen Schulen in Baden-Württemberg (n=305) zugeschnittenen Befragung vor. Folgende erste Befunde können berichtet werden: Nahezu alle befragten Lehrkräfte nutzen Plattformen wie Moodle oder MS Teams zur Bereitstellung von Materialien (96% Zustimmung). Über die Hälfte aller Lehrkräfte halten die Schülerinnen und Schüler dazu an, Suchmaschinen wie Google oder Bing zu nutzen, um sich über fachliche Themen zu informieren (56% Zustimmung). Dagegen ermutigen weniger als die Hälfte aller Lehrkräfte Lernende, eigenständig auf Open Educational Resources wie Lernvideos oder MOOCs zuzugreifen (44% Zustimmung). Vergleichsweise selten wird über den Einsatz komplexer Lehr-Lern-Arrangements wie Unternehmens- oder Bürosimulationen berichtet. Eine erste Sichtung der offenen Antworten zeigt, dass (angehende) Lehrkräfte überwiegend von einer zukünftig veränderten Unterrichtspraxis ausgehen (z.B. die Bereitstellung von Materialien über Plattformen, die Kommunikation via Direktnachrichten oder Videokonferenzen). Zu ihren Erwartungen befragt, äußern die Lehrkräfte auch die Befürchtung, dass mit der aktuellen Situation negative Effekte wie Verlust der Schreibfähigkeit oder sinkende Konzentrationsfähigkeiten der Schülerinnen und Schüler sowie eine zunehmende Belastung durch die Notwendigkeit einer ständigen Erreichbarkeit der Lehrkräfte über Chats einhergehen. Die Eignung des Reifegradmodells (SAMR) zur Beschreibung der Unterrichtspraxis wird kritisch geprüft. Über eine Erfassung der Nutzungstiefe digitaler Tools auf Basis des SAMR-Modells lassen sich Ansatzpunkte zum weiteren Ausbau digitaler Unterrichtskompetenzen identifizieren.

Dieser Eintrag ist Teil der Universitätsbibliographie.




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