Wie haben sich Coronakrise und Preissteigerungen auf die Altersvorsorge ausgewirkt?


Bucher-Koenen, Tabea ; Cziriak, Marius ; Aprea, Carmela


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URN: urn:nbn:de:bsz:180-madoc-661379
Document Type: Working paper
Year of publication: 2023
The title of a journal, publication series: ZEW-Kurzexpertise
Volume: 23-03
Place of publication: Mannheim
Publication language: German
Institution: Business School > Wirtschaftspädagogik, Design and Evaluation instruktionaler Systeme (Aprea 2018-)
Sonstige Einrichtungen > ZEW - Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung
Business School > Finanzmärkte (Bucher-Koenen 2019-)
MADOC publication series: Veröffentlichungen des ZEW (Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung) > ZEW Kurzexpertisen
Subject: 330 Economics
Abstract: Wie haben sich Coronakrise und Preissteigerungen auf die Altersvorsorge ausgewirkt? 1 Zusammenfassung Durch die Nutzung finanzieller Rücklagen zur Deckung der Haushaltsausgaben können aus kurzfristigen finanziellen Nöten langfristige finanzielle Probleme entstehen. Anhand von repräsentativen Umfragen, die wir zwischen Dezember 2020 und Februar 2023 durchgeführt haben, gehen wir drei Fragen nach: Wie hat sich das Spar- und Vorsorgeverhalten seit Beginn der Coronakrise verändert? Haben Erwerbspersonen in Deutschland auf finanzielle Rücklagen zurückgegriffen, um ihre Ausgaben zu decken? Und konnten Betroffene die genutzten Rücklagen wieder aufbauen? Unsere Ergebnisse deuten auf grundlegende Änderungen im Finanzverhalten der Deutschen hin. Im ersten Pandemiejahr gaben 17,5 Prozent der Erwerbstätigen an, weniger für ihre Altersvorsorge gespart zu haben. Dieser Anteil stieg 2021 auf 21,2 Prozent und erreichte 2022 31,1 Prozent. Insbesondere Personen mit geringem Einkommen reduzierten ihre Ersparnis für die Altersvorsorge. Zudem musste ein wachsender Anteil der Bevölkerung für alltägliche Ausgaben auf bestehendes Vermögen zurückgreifen. In den Jahren 2020 und 2021 traf dies auf etwa jeden fünften zu (19,2 bzw. 22,5 Prozent), 2022 gaben fast doppelt so viele Personen an, dass sie auf ihr Vermögen zurückgegriffen haben (39,3 Prozent). Die Mehrheit nutzte dafür liquide finanzielle Rücklagen. Etwa 8,7 Prozent lösten bestehende Finanzanlagen oder Altersvorsorgevermögen auf. Von den Befragten, die seit Beginn der Coronakrise Ersparnisse auflösen mussten, gab etwa ein Drittel an, die Rücklagen bis 2022 wieder teilweise oder vollständig aufgebaut zu haben. Die Coronakrise sowie Preissteigerungen wirken sich langfristig auf die Ersparnisbildung privater Haushalte aus. Insbesondere Personen mit geringem Einkommen sorgen seit Beginn der Corona-Pandemie weniger für das Alter vor oder greifen sogar auf bestehendes Vermögen zur Deckung aktueller Ausgaben zurück. Während der Krise genutzte finanzielle Puffer wurden größtenteils nicht wieder gefüllt. Die Auswirkungen der aktuellen Krisen und Herausforderungen sollten bei den laufenden Diskussionen zur Reform der Altersvorsorge beachtet werden. Insbesondere in Krisenzeiten ist eine aktuelle und valide Datenbasis zur Beobachtung von Veränderungen im Sparverhalten und Vermögen wichtig, um frühzeitig Lücken in der Absicherung zu erkennen und ihnen entgegenzuwirken.




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